65 Jahre VC Hamburg
Vespa-Veteranen-Club Deutschland e.V.
65 Jahre Vespa-Club Hamburg Mittwochs   abends   traf   ich   mich   mit   Ulrich   Trettin   und   Holger   Leib   in   der   Jugendherberge   in   Korbach.   Wir wollten    über    2    Tage    gemütlich    gen    Winsen    vespazieren.    Nach    einer    kleinen    Stärkung    in    einer nahegelegenen Lokalität mit einheimischen Getränken beendeten wir den Abend mit Benzingesprächen. Bei   bestem   Wetter   starteten   wir   am   nächsten   Morgen   ausgeruht   und   frisch   gestärkt.   Ulrich   hatte   eine schöne   Tour   über   kleine   und   kleinste   Nebenstraßen   geplant,   auf   denen   wir   trotzdem   flott   voran   kamen. Auf    dem    Weg    lag    auch    das    Hermannsdenkmal,    südwestlich    von    Detmold,    dem    wir    einen    Besuch abstatteten.    Das    Denkmal    soll    an    den    Cheruskerfürsten    Arminius    erinnern,    insbesondere    an    die sogenannte   Schlacht   im   Teutoburger   Wald,   in   der   germanische   Stämme   unter   seiner   Führung   den römischen    Legionen    unter    Publius    Quinctilius    Varus    im    Jahre    9    eine    entscheidende    Niederlage beibrachten.   Mit   einer   Figurhöhe   von   26,57   Metern   und   einer   Gesamthöhe   von   53,46   Metern   ist   es   die höchste   Statue   Deutschlands   und   war   von   1875   bis   zur   Erbauung   der   Freiheitsstatue   1886   die   höchste Statue der westlichen Welt.
Unser   Ziel   des   heutigen   Tages   war   die   Jugendherberge   in   Verden an   der   Aller.   Vor   einer   fußläufig   gelegenen   Lokalität   ließen   wir   bei auswärtigen     Spezialitäten     den     Tag     Revue     passieren     und genossen den warmen Sommerabend. Am   Freitag   morgen   zeigte   sich   schon   früh,   dass   es   heute   noch deutlich   wärmer   werden   sollte.   Eine   Bekannte   aus   Bottrop   wollte sich   am   frühen   Vormittag   noch   uns   anschließen.   Bis   zu   ihrem Eintreffen   genossen   wir   die   wärmenden   Sonnenstrahlen   vor   einer nahegelegenden   Bäckerei   beim   2.   Frühstück.   Die   Reise   verlief ohne beson- dere   Vorkommnisse.   Einzig   in   der   Nähe   von   Bispingen   war   die Ausschilderung    einmal    so    bescheiden,    dass    die    routinierten Tourenfahrer     kurz     verzweifelten.     Nach     mehrmaligem     Blick zwischen   Karte   und   Beschilderung   konnten   wir   jedoch   unseren Weg   wie   geplant   fortsetzen.   Am   frühen   Nachmittag   erreichten wir    unser    Ziel.    Auf    dem    Veranstaltungsplatz    herrschte    schon reges   Treiben   und   viele   bekannte   Vespisti   aus   Nah   und   Fern waren    bereits    vor    Ort.    Insgesamt    hatten    769    Teilnehmer genannt,    davon    500    „Full    Entry“,    der    Rest    „Light    Entry“ (komplett    aber    ohne    Plakette).    Damit    war    dies    das    größte offizielle   deutsche   Vespa-Treffen   im   vergangenen   Jahr.   Der   Platz grenzte   an   einer   Seite   an   die   Fußgängerzone   und   an   der   anderen an   den   Schloßpark,   in   dem   mit   einmaliger   Genehmigung   gezeltet werden   durfte.   Dies   wurde   bei   dem   herrlichen   Wetter   von   vielen Teilnehmern        genutzt.        Ulrich        hatte        fußläufig        zum Veranstaltungsgelände   ein   paar   Zimmer   bzw.   Ferienwohnungen in   einer   Pension   für   den   VVCD   reserviert.   Also   erst   mal   das Gepäck   verstauen,   luftigere   Textilien   wählen,   mit   den   Vespen zurück    zum    Platz    und    dann    mit    den    vielen    Freunden    und Bekannten Benzin reden. Der   Stammtisch   Nord   präsentierte   unsere   Theke   in   einem   grünen Pavillon,    daneben    und    dahinter    standen    verschiedene    Vespa- Modelle.   Extra   für   die   Veranstaltung   wurde   vom   Vorstand   ein Spannband     entworfen     und     jedem     Mitglied     kostenfrei     zur Verfügung   gestellt,   welches   über   den   VVCD   genannt   hatte.   So standen   über   30   Vespen   mit   unserem   Banner   verteilt   auf   dem Platz oder in den Straßen der Stadt. Verschiedene    Händler    und    Privatpersonen    hatten    ihre    Stände aufgebaut    und    versuchten    Vespa-Devotionalien    an    den    Mann oder   die   Frau   zu   bringen.   Wer   noch   Platz   oder   Mut   hatte,   konnte sich   bei   einem   Tätowierer   ein   paar   bunte   Bilder   stechen   lassen. Nebendran   bestand   die   Möglichkeit,   sich   von   einem   Fotografen professionell   auf   seiner   Vespa   ablichten   zu   lassen.   Und   auch   für die   Kinder   war   gesorgt,   in   einem   Zelt   am   Rande   des   Platzes wurde wieder Kinderbelustigung à la VCH betrieben. Im   Marstall-Museum   wurden   im   Obergeschoß   die   jeweils   ersten Modelle   von   Piaggio   und   den   Lizenznehmern   A.C.M.A,   Allstate, Douglas,   Hoffmann,   Messerschmitt   und   Motovespa   gezeigt.   Dazu gab   es   viele   Vitrinen   mit   schönen   und   interessanten   Teilen   zu bestaunen.       Natürlich       wurde       auch       der       verstorbene Ehrenvorsitzende   des   VCH   (und   Gründungsmitglied   des   VVCD) Gerd-Dieter Schulze mit einer Vitrine gewürdigt. Der    Nachmittag    verging    im    Fluge.    Zur    Verköstigung    standen diverse   Food-Trucks   auf   dem   Platz,   die   für   viele   Geschmäcker was   Leckeres   anboten.   Wem   dies   nicht   reichte,   bekam   in   der Fußgängerzone   sicherlich   das   Passende.   Die   Hamburger   selbst betreuten   einen   Getränkestand.   Wer   ge­nannt   hatte,   bekam   ein umfangreiches   Willkommenspäckchen,   dass   auch   ein   Armband enthielt,   mit   dem   die   Getränke   am   VCH-Stand   günstiger   waren als   regulär.   Eine   schöne   Idee.   Und   getrunken   wurde   viel,   auch wegen dem tollen Wetter! Am   frühen   Abend   besuchten   wir   mit   einer   kleiner   Gruppe   ein nahegelegenes     Fischrestaurant,     um     uns     für     den     weiteren abendlichen   Verlauf   zu   stärken.   Um   22   Uhr   begann   der   erste Soulnighter,   davor   unterhielt   eine   4-Mann-Kapelle   das   Publikum mit deutscher Musik. Der   nächste   Morgen   begann   mit   einem   Frühstück   auf   dem   Platz, bei    dem    einem    leider    die    Wespen    versuchten,    die    Süßwaren streitig   zu   machen.   Aber   irgendwie   gelang   es   glaube   ich   den Meisten   sich   zu   stärken   ohne   gestochen   zu   werden.   Im   Anschluß daran    erkundeten    wir    mit    einer    kleinen    Gruppe    zu    Fuß    die Innenstadt   bei   der   eigens   für   die   Veranstaltung   vorbereiteten Rally.    Es    mussten    u.    a.    Spannbänder    im    Schaufenster    eines Schuhfachgeschäftes   gezählt,   Plastik-   von   Metall-Vespa-Modellen unterschieden    oder    Fragen    zu    frühen    Kinofilmen    mit    Vespa- Rollern   beantwortet   werden.   Eine   sehr   orignelle   Idee,   die   auch für   viel   Erheiterung   unterwegs   sorgte.   Zwischendurch   gab’s   noch das   ein   oder   andere   Eis   zur   Kühlung,   es   war   ja   schließlich   ganz schön warm.
Gegen   14   Uhr   sollte   die   Ausfahrt   beginnen.   Ein   Strom   von   1.243 (!)   Rollern   bewegte   sich   durch   Winsen   und   dann   weiter   durch’s Umland   an   die   Elbe   zur   „Zollenspieker-Fähre“.   Insgesamt   4   x musste   sie   fahren,   bis   alle   Teilnehmer   über   die   Elbe   übergesetzt waren.   Bis   Geesthacht   ging   es   am   Deich   immer   schön   am   Fluß entlang,   hier   kurz   auf   der   Bundesstraße   über   die   Elbe   und   dann wieder   zurück   über   Drage   am   Deich   entlang.   Die   knapp   40   km lange   Strecke   durch   Niedersachsen,   Hamburg   und   Schleswig- Holstein     wurde     meines     Wissens     ohne     größere     Probleme bewältigt. Zurück    in    Winsen    zeigt    Robin    Davy    mit    seiner    Truppe    seine bekannte   Stunt-Show,   dieses   Mal   auch   wieder   mit   dem   Sprung durch   den   brennenden   Reifen.   Zur   Unterhaltung   spielte   dazu   die Rock’a’Billy   Band   „Mikel   Onetwo“   auf,   welche   wir   am   späteren Abend auf der Bühne noch einmal lautstark erleben durften. Im   Willkommenspäckchen   der   „Full-Entry“-Teilnehmer   war   unter anderem   auch   eine   schöne   Plakette   enthalten.   Zusätzlich   wurde in   einer   limitierten   Auflage   6   Exemplaren   in   einer   anderen   Farbe produziert.   Von   diesen   wurden   5   abends   versteigert,   der   Erlös wurde dem VCVD gespendet. Am   frühen   Abend   gab   es   nach   der   Versteigerung   der   Plaketten noch   ein   paar   Pokale   für   Zielfahrt   etc.   Der   VVCD   bekam   gleich   2 in   Form   eines   schönen   Kompaß   (den   hätten   wir   am   Freitag   gut gebrauchen    können),    einen    für    den    Club    mit    den    meisten Teilnehmern    (48)    und    einen    für    den    Club    mit    den    meisten Rollern.   Individuelle   Pokale   waren   schon   immer   eine   Spezialität der   Hamburger   Treffen,   auf   dem   Kiekeberg-Treffen   2010   gab   es seinerzeit Rettungsringe. Danach   ging   die   Party   auf   dem   Platz   weiter,   bei   einigen   bis   in   die frühen    Morgenstunden,    unterbrochen    noch    von    einem    tollen Feuerwerk   um   Mitternacht.   Auch   heute   gab   es   wieder   einen   gut besuchten Soulnighter im Marstall-Gebäude. Je   nachdem   wie   kurz   die   Nacht   war,   war   ein   stärkender   Kaffee am    Sonntagmorgen    auf    jeden    Fall    ein    gerne    genommenes Getränk.   Für   diejenigen   die   noch   nicht   nach   Hause   mussten   oder eine   kürzere   Heimfahrt   hatten,   boten   die   Veranstalter   4   Touren durch’s   Umland   an:   1.   Besuch   eines   Oldtimer-Museums,   2.   Tour durch’s   Alte   Land,   3.   Fahrt   zur   Oldtimer-Tankstelle   Brandshof,   4. Fahrt    zum    Hamburger    Fischmarkt    mit    dem    Schiff.    Unsere Reisegruppe   entschied   sich   für   die   Tour   zur   Oldtimer-Tankstelle: www.tankstelle-brandshof.de Über     kleine,     wenig     befahrene     Straßen     fuhr     die     Kolonne unbeschwert   gen   Hamburg.   Die   historische   Tankstelle   aus   dem Jahre   1953   samt   Erfrischungsraum   wurde   zwischen   August   2010 und   September   2011   originalgetreu   restauriert.   Sie   beherbergt seitdem    eine    auf    Old-    und    Youngtimer    spezialisierte    GTÜ- Prüfstation.    Umgeben    vom    Charme    der    50er    Jahre    wurden kulinarische    Köstlichkeiten,    Filterkaffee    und    Kaltgetränke    im Innenraum   angeboten.   Zudem   wurden   noch   in   der   ehemaligen Waschhalle   Würstchen   gegrillt.   Einige   alte   Autos   und   Motorräder vervollstän­dig­ten   das   Bild.   Die   meisten   Vespisti   hielten   sich derweil im Schatten auf und genossen die Atmosphäre. 2   Stunden   später   oder   so   fuhren   wir   wieder   zurück   nach   Winsen. Auf   dem   Veranstaltungsgelände   waren   die   Veranstalter   bereits am    abbauen.    Nach    den    üblichen    Verabschiedungs-zeremonien brachen   auch   Ulrich,   Holger   und   ich   auf.   Wir   wollten   heute   nicht ganz   so   weit,   nur   bis   in   die   Nähe   von   Hannover.   Dort   hatten   wir ein   Quartier   bei   Freunden   gebucht.   Unspektakulär   ging   es   wie auf   der   Hinfahrt   flott   unserem   Ziel   entgegen.   Der   Tag   endete   mit Gegrilltem und den üblichen Benzingesprächen im Garten. Der    letzte    gemeinsame    Tag    dieser    Tour    begann    mit    einem leckeren   Frühstück.   Am   späten   Vormittag   verabschiedeten   wir uns    von    unseren    Gastgebern    und    fuhren    weiter    auf    kleinen Straßen   gen   Süden.   Unterwegs   machten   wir   an   der   Edertalsperre noch   eine   kurze   Rast.   Leider   hatte   es   die   Sonne   heute   nicht   so mit   uns.   Kurz   vor   Marburg   entschied   sich   das   Wetter   dann   auch noch    für    Regen,    und    das    nicht    zu    knapp.    Wir    packten    die Regenkombis   aus   und   verabschiedeten   uns   von   Ulrich,   der   die Nacht   in   Marburg   verbringen   wollte.   Er   hatte   noch   die   ganze Woche   Urlaub   und   wollte   am   nächsten   Tag   weiter   an   die   Mosel, während   Holger   und   ich   wieder   arbeiten   durften.   Die   knapp   110 km   bis   nach   Rüsselsheim   legte   ich   ob   des   bescheidenen   Wetters über   die   Autobahn   zurück.   Bis   ich   zu   Hause   war,   war   es   zum Glück wieder trocken. Vielen    Dank    an    Ulrich    für    die    tolle    Tourplanung    und    an    die Hamburger,   die   wieder   ein   sehr   schönes   Treffen   auf   die   Beine gestellt haben!!! Erik Lieberknecht
© Vespa Veteranenclub Deutschland e.V. 2017 Karl Scharl, Flachstr. 12, 85490 Mauern